Hajking Highlands

Tag 1 Ankunft in Glasgow

An unserem ersten Tag sind wir vom Flughafen mit dem Bus nach Glasgow gefahren und von dort aus noch ein gutes Stück bis zu unserem Hostel gelaufen. Im Hostel angekommen gab es saftige selbstgemachte Sandwiches. Kugelrund und satt war es dann auch erst einmal Zeit für ein Mittagsschläfchen. Stunden später verließen wir ausgeruht und munter das Hostel um für die nächsten Tage einzukaufen. Dabei entdeckten wir ein Rainbow Unicorn Ice, das wir auch so gleich verspeisen mussten. Unsere Suche nach einem günstigen Abendessen wurde schnell zu einer kleinen Nachtwanderung mit dem Ergebnis, dass viele Küchen schon geschlossen hatten. Nach einiger Zeit fanden wir jedoch einen kleinen Imbiss der uns Fish & Chips, Haggis und Bolognese verkaufte. Müde aber satt machten wir uns auf den Weg zurück in unser Hostel.

Tag 2 Bus Zug Boot und zu Fuß

6:30 Aufstehen!!! Keiner war so richtig begeistert vom frühen aufstehen und alle hätten lieber weitergeschlafen doch heute ging es richtig los. Unsere Rucksäcke wogen nun 19-30 kg und nach dem Frühstück mussten wir samt Rucksack zum Bus. Da wir ein bisschen spät dran waren, mussten wir uns ziemlich beeilen und trafen wirklich erst kurz vor Abfahrt am Bus ein. Im Bus konnte man sich dann erstmal wieder zurücklehnen und die schöne Landschaft an uns vorbeibrausen sehen. 3h15min später erreichten wir Fort William. Von dort aus ging es mit dem berühmten „Harry Potter“-Zug bis zur Endstation nach Mallaig. Dort hatten wir dann zunächst ein bisschen Wartezeit, die wir singend im Hafen verbrachten. Plötzlich machte es klatsch und mein Rucksack wurde von irgendetwas getroffen. Schnell war mir klar, dass eine Möwe ihr Unheil verbreitet hatte. Erst dann viel mir auf, dass auch Steffi getroffen war. Nicht ihr Rucksack nein – Steffi wurde voll auf die Nase getroffen. Es tropfte regelrecht von der Nase auf den Boden. Schnell war ein Taschentuch organisiert und das Gröbste beseitigt. Auf den kleinen Schock gab es dann auch erstmal wieder ein Eis. Bevor wir mit einem kleinen Fischkutter von Mallaig nach Inverie übersetzten. Im Sonnenschein des Abends machten wir uns auf dem Weg und kurz vor Loch an Dubh Lochain dicht unterhalb einer längst vergessenen Ruine schlugen wir unser Lager auf, während sich der Himmel langsam zuzog.

Tag 3 Regen

“We been through every kind of rain there is. Little bitty stingin rain … and big ol’ fat rain. Rain that flew in sideways. And sometimes rain even seemed to come straight up from underneath.” – Forrest Gump

Der Tag fing sehr entspannt an, denn im Regen hatte niemand so recht Lust aufzustehen. Kurz vor 10 ging es dann doch los. Natürlich im Regen. Dieser wurde dann auch ein treuer Begleiter für den ganzen Tag und verfolgte uns unablässig. Einzig und allein die atemberaubend schöne Landschaft entschädigte uns für die Strapazen. An dem kleinen Loch ging es vorbei über einen Grad Richtung Barrisdale. Da es grade erst Nachmittag war, entschieden wir uns dagegen in Barrisdale zu bleiben und zogen nach einer kleinen Pause und einer Tafel Milkaschokolade (ja die Große mit den ganzen Haselnüssen) weiter zu ziehen. Wir wanderten entlang des Allt Gleann Unndaoain bis kurz vor dessen Quelle. Dummerweise hatten wir uns ein bisschen überschätzt mit unserem Plan noch über den Grad zu laufen und so campierten wir auf einer kleinen Insel in der Mitte des tosenden Baches. Ein eiskalter Wind stürmte die ganze Zeit über durch das Tal, so dass wir uns nach dem Essen (schmackhaftes Tomatensüppchen alá Marc) sehr schnell in unsere Zelten verkrümelten.

Tag 4 Die Insel

Vom lauten Getose des Baches erwachen wir auf unserer kleinen Insel 100m unterhalb des Grades. Natürlich gibt erstmal Frühstück mit leckerem Müsli bevor wir uns an die Überquerung machen. Auf dem Grad legen wir erstmal eine kleine Pause ein um die wunderschöne Aussicht zu genießen. Dem Weg ins Tal folgten wir dann auch noch ein paar Kilometer bevor wir ganz abenteuerlich querfeldein zum Fluss hinunter stiegen. Dem kleinen Fluss(River Carnach) folgten wir nun flussabwärts denn es ging inzwischen in Richtung Camusrory am Loch Nevis. Auf unserem Pfad kamen wir an imposanten Klippen entlang (Hört! Hört!). Der Boden unter unseren Füßen war jedoch wie immer vollgesogen mit Wasser und so erklang bei jedem Schritt das schmatzende Geräusch, das man inzwischen kaum noch wahrnahm, da es jeden einzelnen Schritt begleitete. Einige von uns versanken auch heute wieder knietief im nassen Schlamm. Irgendwann im Laufe des Nachmittags erreichten wir die Brücke über den Fluss. Leider existierten nur noch die an Land gespülten Reste, so dass wir den Fluss samt der schweren Rucksäcke zu Fuß durchqueren mussten. Weiter führte uns unser Pfad bis zum Strand an dem wir unser wohlverdientes Lager aufschlugen. Der Platz war sehr eben und wie gemacht für unsere Zelte. Leider gab es auch jede Menge Zecken „Ticks“ und natürlich ärgerten uns auch die kleinen „Highland Midges“ wieder. Die Suche nach geeignetem Feuerholz blieb bis auf ein paar nasse Äste ergebnislos. Ein Feuer konnten wir damit jedenfalls nicht entzünden. Ein kleines Süppchen mit viel Speck gab es am Abend dennoch. Dem eisigen Wind aus der Bucht trotzten wir noch ein bisschen bei einer kleinen Singerunde am Strand, bevor alle in den Zelten verschwanden.

Tag 5 A’Chuil Bothy

Nach einem kleinen Frühstück am Strand im eisigen Wind begaben wir uns wieder auf den Weg. Um zu der Nachbarbucht zu gelangen, kletterten wir über einen kleinen Hügel über den rutschigen nassen Fels am Abgrund entlang. Beinahe wäre Franka in die Tiefe gestürzt doch sie konnte sich gerade noch so vor einem Sturz bewahren. Gleich nach diesem schwindelerregenden Pfad trafen wir auf unser erstes Bothy (Bothys sind Hütten, in denen Wandere in Schottland unterkommen können.) (Sourlies Bothy). Da wir jedoch gerade erst aufgebrochen waren, besichtigten wir dieses nur kurz bevor es weiter ging. Im strömenden Regen ging es im Tal nach oben. Wir machten an einer kleinen Brücke halt, die über einen strömenden Bach führte und füllten unsere Wasservorräte wieder auf. Das Tal führte uns nun sehr steil nach oben und wir erblickten durch Zufall einen Hirsch der nur 30m Meter von uns entfernt in stoischer Ruhe unseren mühsamen Aufstieg beobachtete. Der Weg führte uns oben im Tal immer wieder durch sumpfige Wiesen, bevor wir auf einen kleinen See trafen. Der Weg führte leider nicht nur gemütlich am sumpfigen Rand des Sees entlang sondern viel mehr durch das Wasser am Rand des Sees hindurch. Schon kurz darauf trafen wir auf einen weiteren kleinen See (Lochan a’Mhain) doch unser Weg führte uns auch an diesem vorbei über saftig grüne Wiesen der Hochmoorlandschaft. Irgendwann trafen wir dann auf einen Abzweig der uns in einen moosbewachsenen Zauberwald führte. Nach einem kurzen Stück in diesem Wald versank Marc im Schlamm und ward nie mehr gesehen – ok wir haben ihn wieder befreit. Trotz der riesigen Schlamlöcher trauten wir uns tiefer in den Wald und die Wege wurden wie durch ein Wunder schlagartig besser. Dennoch waren wir an diesem Tag alle sehr erschöpft und freuten uns sehr, als wir endlich das Bothy(A’Chuil Bothy) erreichten. Eine Pause war jedoch noch nicht in Sicht, denn nun galt es zunächst Feuerholz zu sammeln und zu sägen (ja in dem Bothy gab es sogar ein Beil und Sägen). Das Bothy hatte einen kleinen Kamin an dem wir uns alle aufwärmten und wieder zu kräften zu kommen. Außerdem gab es wieder leckeres Essen alá Marc. Gut gelaunt sangen wir Lieder bis spät in die Nacht hinein. Neben uns waren auch noch 2 junge Deutsche und 3 Engländerinnen im Bothy. Diese 5 zogen sich jedoch in den anderen Raum zurück.

Tag 6 Der lange Weg zum Corryhully Bothy

Früh am Morgen (eigentlich war es nach 11) ging es nach dem Frühstück wieder los. Dieses Mal jedoch auf einem schotterigem Waldweg. Nach ein paar Kilometern bogen wir ab ins Tal und überquerten die vorerst letzte Brücke. Nur 100m später waren wir schon gezwungen Barfuß einen Fluss zu durchqueren. Nun ging es auf einem glitschigen Pfad am Hang einer Schlucht, durch die der eben überquerte Fluss führte, weiter bis zu dessen Quelle. Immer wieder kamen wir an kleinen Wasserfällen und Stromschnellen vorbei. Unser Pfad führte immer wieder durch sumpfartige Wiesen und statt Fußspuren hinterließen wir nur kleine Pfützen im ewig grünen Gras der Highlands. Da unsere Schuhe noch von der gestrigen Flussüberquerung nass waren, hatten diese auch jetzt keine Chance zu trocknen, sondern saugten sich nun vollständig mit Wasser voll. Der Aufstieg am Ende des Tals war sehr beschwerlich nicht zuletzt weil mein Knie immer mehr schmerzte und ich die schöne Landschaft nicht mehr genießen konnte. Der schlammige Boden und der nicht enden wollende Regen drückten zusätzlich die Stimmung aller 9 Gefährten. Tapfer erreichte Marc der den „einen Ring“ (ja genau! Marc hatte diesen immer dabei) trug Quelle allen Übels. Schon kurz darauf überquerten wir den Grad und auf der anderen Seite ließ sich tatsächlich die Sonne kurz blicken. Dies verbesserte schlagartige die Stimmung aller Gefährten und die Tatsache, dass es nun nur noch bergab bis nach Glenfinnan ging trug ihr Übriges dazu bei. Auf dem Weg hinunter ins Tal waren wir gezwungen immer und immer wieder ein und denselben kleinen Bach zu überqueren. Anfangs ging das noch recht einfach doch je weiter wir ins Tal hinab stiegen, desto größer wurde unser kleiner Bach. Unten im Tal gab es dann zum Glück eine Brücke, denn aus unserem kleinen Bach war inzwischen ein kleiner Fluss geworden. Steffi erspähte im Tal eine Hängebrücke, die sie auch gleich testen musste (nein die Brücke lag nicht wirklich auf unserem Weg ^^). Von dort aus ging es auf einem breiten Feldweg zum Corryhully Bothy. Dieses verfügte sogar über Strom und einen Wasserkocher. Zum Abendessen servierten wir uns dieses Mal ein 4 Gänge Menü. Als erstes gab es kleines Vorsüppchen und dann Nudeln mit eine thailändischen Currysauce. Der dritte Gang bestand aus einer am Feuer gegarte Forelle die Kristjan gerade aus dem Teich neben dem Bothy gezogen hatte und ein leckeres schokoladiges Desert gab es zum Abschluss. Nach Speis und Trank durften Lieder am Kamin natürlich nicht fehlen. Marcs Wandergitarre begleitete uns wie immer. Nachts schliefen wir dann entweder in Zelten oder direkt im Bothy.

Tag 7 Glenfinnan

„I was born in 1518 in the village of Glenfinnan on the shores of Loch Shiel. And I am immortal. “ -Connor McLeod

Beim Frühstück wurde nun auch das letzte Müsli alle. Da mein Knie sehr schmerzte ging es nun nur noch nach Glenfinnan. Glenfinnan ist nicht nur der Geburtsort eines Unsterblichen sondern heute noch viel bekannter aus den „Harry Potter“-Filmen. Der Hogwarts-Express fährt über das berühmte Viadukt in Glenfinnan und ein gewisser Ron Weasley hätte das Viadukt fast mit einem fliegenden Auto gerammt.

Kurz vor Glenfinnan liefen wir dann auch tatsächlich unter dem riesigen Viadukt hindurch. Die vielen Autos und die ganzen Menschen muten etwas seltsam, an wenn man sich die letzten Tage durch die Wildnis gekämpft hat. Wir nahmen den Zug zurück nach Fort William. Doch vorher gönnten sich ein paar von uns noch leckeres Stück Kuchen im berühmten Speisewagon. Nun überquerten wir das Viadukt ein weiteres Mal mit dem Zug und genossen die Fahrt durch die Highlands. In Fort William machten wir einen kurzen Stopp am Supermarkt und liefen dann zum nur 4km entfernten Zeltplatz. Zum Abendbrot gab es Pumpernickel mit Salami oder Käse. Zum Glück hatten wir in Berlin genug Pumpernickel(>24kg) eingepackt sonst wäre noch jemand verhungert.

Tag 8 Ben Nevis

Die Besteigung des Ben Nevis(1345m) musste ohne mich und Steffi statfinden. Die 7 anderen machten sich dennoch auf den Weg zum höchsten Gipfel Großbritanniens. Sie erreichten den Gipfel und hatten die äußerst seltene Gelegenheit auch die Aussicht von der Spitze des Ben Nevis genießen zu können. Der Ben Nevis ist mehr als 300 Tage im Jahr von dichten Wolken und Nebel umgeben, so dass es nur selten möglich ist die einzigartige Aussicht zu genießen.

Steffi und ich sind an diesem Tag im Glen Nevis Tal am Fluss entlang gelaufen und haben immer wieder wunderbare Stellen zum Relaxen zwischendurch gefunden. Der Pfad am Fluss war gut begehbar. Er führte an üppig grünen Farnfeldern und riesigen alten Buchen vorbei. Der Fluss im Tal war kristallklar und wurde immer wieder von kleinen Stromschnellen durchzogen. Nach unserem Spaziergang ging es auch sogleich zum Einkaufen in Fort William. Dort meldete sich auch leider wieder mein Knie zurück.

Zurück am Zeltplatz warteten dann auch schon die hungrigen Bergsteiger auf uns. Deswegen gab es auch gleich Fleisch vom Grill. Marc und ich hatten zuvor einen ordentlichen Grill auf dem Zeltplatz organisiert.

Tag 9 Destillerie, Highland Museum

Gut ausgeschlafen starteten wir in den Tag. Für Heute hatte sich eine Hälfte der Gruppe für den Besuch der Destillerie entschieden, während die anderen das Highland Museum unsicher machten und Fort William eroberten. Eigentlich wollten wir auch den Hafen besichtigen doch so richtig fündig wurden wir nicht (im Loch lagen nur ein paar vereinzelte Segelboote vor Anker).

Zum Abend gab es 40 gegrillte Burger Patties gegen den kleinen Hunger. Nicht jeder schafft die kleine Ration und so blieb etwas für das Frühstück übrig. Außerdem gab es noch eine kleine Singerunde am Fluss.

Tag 10 Fort William & Glasgow

Scrambled Eggs – das war ein gutes Frühstück! Heute hieß es zum letzten Mal Zelte abbauen. Es ging nach Fort William. Dort galt es Mitbringsel für die lieben Verwandten zu organisieren, oder auch noch ein letztes Mal Haggis oder Fish & Chips zu essen. Am späten Nachmittag fuhren wir dann mit dem Bus zurück nach Glasgow. Auch dieses Mal gab es wieder leckere Sandwiches zum Abendbrot,  bevor alle müde und erschöpft in die Kojen schlüpften.

Tag 11 Rückflug

Frühes Aufstehen stand mal wieder auf dem Plan, denn wir mussten den Bus zum Flieger bekommen. Also klingelte um 6:30 der erste Wecker und es ging gestaffelt zum Zähneputzen ins Bad. Die ersten waren schon voll mit dem Frühstück in der Küche des Hostels beschäftig, während der Rest langsam an unserem Frühstückstisch eintraf. Kurz darauf ging es auch schon zum Busbahnhof und von dort aus zum Flughafen. Wenig später waren wir auch schon in Berlin und machten unseren Abschlusskreis.

Allzeit bereit und gut Pfad!

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